Cymaphore

Now and then

Our world is made of glass

26.03.2010, 23:11 Wahl in NRW: Countdown läuft

Noch etwas über einen Monat bis zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Morgen ist Wahlkampfauftakt der Piraten NRW - Siehe #sms10 auf Twitter.

Mein Aufruf an alle Piratinnen und Piraten!

Egal ob in- oder außerhalb von NRW, zeigt euch. Tragt euer Piraten-T-Shirt, -Pin, -Tasche, -Jacke, -Schal... Seid sichtbar, seid kreativ. Leute, die im Piraten-Shirt älteren Menschen in der Stadtbahn ihren Sitzplatz überlassen können mitunter mehr bewirken als 50 Flyer - und sind noch dazu wesentlich umweltfreundlicher ;-)
Erklärt den Menschen unsere Ziele und Ideen in Ruhe und Vernunft. Leider waren im Bundestagswahlkampf einige Unterstützer viel zu kämpferisch - wir können und wir wollen die Menschen nicht krampfhaft überzeugen. Höflichkeit ist oberstes gebot. Wir sind die Stimme der Vernunft gegen die Sicherheitsfanatiker. Verhalten wir uns auch so.

Planung ist das halbe Leben

Nehmt ihr, so wie ich, in den nächsten Wochen aktiv am Straßenwahlkampf in NRW teil, dann bereitet euch vor... Unsere guten Ideale müssen mit passenden, sachlichen Fakten belegt werden. Auf den Wahlseiten der Piraten NRW gibt es viele nützliche Informationen. Denkt dran, der Straßenwahlkampf ist kein Symposium - kurze, treffliche Fakten bewirken da meist mehr als langatmige Erklärungen.
Ich wünsche euch allen einen guten und erfolgreichen Wahlkampf! Gut möglich dass wir uns an den kommenden Wochenenden bzw. in der Woche vor der Wahl in den größeren Städten in NRW begegnen :-)

24.03.2010, 20:20 Ein schwieriges Erbe

Die jüngste Diskussion zum Thema Geschlechter innerhalb der Piratenpartei hat einiges an Staub aufgewirbelt. Von Unverständnis, vollster Zustimmung, über Gleichgültigkeit, Ablehnung, Emotionen jeder Art bis hin zu schlimmstem Getrolle. Das Thema hat uns so manches vor Augen geführt.
Zu allererst muss man feststellen dass das Thema keineswegs unbedeutend ist, anderenfalls gäbe es nicht derart viele, teils sehr emotionale, Beiträge dazu. Die Blog-Beiträge selbst zum Beispiel spiegeln oft ein großes Misstrauen gegenüber dem anderen Geschlecht wieder. Oft wird mehr mit Klischees gehandhabt als tatsächlich auf die Vorschläge von Leena oder die Gender-Situation der Piraten einzugehen.
Auffällig ist, wie häufig sich die Vorwürfe und Unterstellungen gleichen - unabhängig vom Geschlecht der Schreiber. Oft ist von einer Übermacht des anderen Geschlechts die rede, von einem grundsätzlichen Interesse der Unterdrückung, ja geradezu einer Verschwörung gegen das eigene Geschlecht. Mit einer sachlichen, zielorientierten Diskussion hat das wenig zu tun.

Mädchen spielen mit Puppen, Buben spielen mit Rittern

Eine Hauptursache für die Debatte und die Dahinterliegenden Probleme ist unsere Erziehung, und das Geschlechterbild, dass in uns allen durch unsere Eltern geprägt wurde. Obwohl viele praktische Benachteiligungen der Frauen mittlerweile gefallen sind, werden Kinder nach wie vor entsprechend ihres Geschlechts konditioniert. Ich meine damit weniger noch vergleichsweise harmlose Dinge wie "Rock oder Hose", sondern eher wie der Nachwuchs auf ideologischer Ebene lernt, wie man als Mädchen oder als Bub zu sein hat.
Natürlich ist die Situation besser als in düsterer Vergangenheit, aber sie ist noch lange nicht so gut, dass wir uns in Wohlgefallen zurücklehnen können.
Immer noch werden Kinder dem Geschlecht nach tendenziell in bestimmte Richtungen erzogen, nach wie vor gelten viele Charaktereigenschaften absurderweise als geschlechtsspezifisch, obwohl die Forschung diese schon länger als erlernte Eigenschaften identifiziert hat (Interessante Lektüre dazu: Frage der Identität: Was macht den Mann zum Mann?).
Spielzeug für Mädchen weckt und fördert andere Interessen als Spielzeug für Buben. Wenn Menschen schon so früh anerzogen wird, welche Interessen ihr Geschlecht zu haben darf, oder muss, ist es da verwunderlich, dass die große Mehrheit aller Erzieher, speziell Kindergartenpädagogen Frauen sind, während in technischen Berufen die Männer in der Überzahl sind, um mal zwei populäre Beispiele zu nennen?
Ich gehe dabei auch von der Annahme aus, dass das biologische Geschlecht grundsätzlich kaum einen Einfluss darauf hat, wie geeignet man für einen bestimmten Job ist. Leider ist es heute so, dass Merkmale wie Geschlecht, Herkunft oder finanzielle Situation der Eltern dennoch eine entscheidende Rolle spielen, welchen Weg ein Kind im Leben gehen kann - und wird.
Solange manche Eltern anhand veralteter Vorstellungen der Meinung sind, ihr Kind sei zu weibisch oder so männlich, solange diese Eltern um diese Grundannahmen herum ein Weltbild aufbauen, solange haben wir ein Problem.
Es ist kein Problem der Piratenpartei alleine, aber wir können mithelfen, hier für mehr Gerechtigkeit zu sorgen.

Ideologie der Veränderung

Veränderungen finden hier vergleichsweise langsam statt. Menschen, die ihr ganzes Leben lang in eine bestimmte Richtung geprägt wurden, können sich meist nicht von heute auf morgen verändern, sondern folgende Generationen sind die stärkeren Träger des Fortschritts. Eine sichtbare Auswirkung ist der Generationenkonflikt.
Am Anfang steht das Umdenken. Wenn wir Fortschritte erziehen wollen, müssen wir zuerst unser eigenes Denken verändern. Eine "Männer gegen Frauen"-Mentalität, wie sie prominent von EMMA und MANNdat gelebt und gepflegt wird, bringt nur Extreme mit sich, keine nachhaltigen Lösungen.
Die Lösung unserer Probleme liegt nicht in der Betonung dessen, was uns trennt, sondern in dem, was uns verbindet.
Die geistigen Trennwände sind schließlich die eigentliche Ursache der Probleme. Männer- und Frauenlobbies sind keine Lösung. Fortschritt braucht gemeinsames Wirken, und eine Loslösung von alten Vorurteilen und veralteten Ideen.

Warum nicht einfach wegschauen?

Einige Piraten sind wegen der Gender-Diskussion verärgert, und halten sie für Zeitverschwendung. Solange Schwarz-Geld regiert, sollten wir unseren Fokus doch eher dorthin richten.
Ich bin anderer Meinung. Gerade wir sollten hier nicht den bequemen Weg gehen, sondern uns dem Thema stellen: Anderenfalls ist unsere Mission der Gerechtigkeit schließlich ein schwaches Versprechen.
Ich rufe alle Piraten dazu auf, nicht zu polemisieren, sondern sich sachlich, objektiv und vor allem konstruktiv an der Diskussion und einer möglichen Agenda zum Thema Gender zu beteiligen.
Denn ich glaube nicht daran, dass digitales Gejammer zu irgendwas führen wird.
Nachtrag: Ich behaupte natürlich nicht, die Geschlechter seien im Grunde ein Einheitsbrei. Ich will sagen, dass unser soziales, unser erlerntes - und somit veränderliches - Geschlecht in Wahrheit um so vieles mächtiger ist als unsere biologischen Geschlechtsmerkmale, dass es doch absurd ist, dass wir mit dem Verweis auf s.g. "biologische Fakten" untätig bleiben...
Update: Julia Reda geht in ihrem Blog auf den Gender-Diskurs und Schitzräume ein, ich erlaube mir einen Auszug zu zitieren, und lege eine Lektüre des ganzen Artikels nahe:
[...]
Gleichzeitig sei mir aber noch nie ein Pirat untergekommen, der mir auf Basis der Satzung ernsthaft versuche vorzuschreiben, dass ich mich nicht als Piratin bezeichnen dürfe, was ich schon länger zu tun pflege. So weit, so gut. Das Problem ist, beim Hören des Interviews und den Ausführungen zum Schutzraum ist mir aufgefallen, dass ich in dieser Argumentation gelogen habe. Mir sind schon mehrfach Piraten untergekommen, die mich ernsthaft dafür angegangen sind, dass ich mich Piratin nenne, und sich auf die Satzung berufen haben. Witzigerweise wurde ich von wiederum anderen Personen schon angegangen, weil ich mich als Pirat bezeichnete. Als Frau kann man es in dieser Frage augenscheinlich nicht allein recht machen. Nun waren diejenigen, von denen solche Äußerungen kamen, natürlich einzelne Spinner und bei weitem nicht die Mehrheit. Die meisten Piraten meinen es mit der Gleichberechtigung durchaus ernst und lassen sich auch auf Diskussionen darüber ein.
[...]
Ich denke, wir müssen viel mehr betonen, dass Diskriminierung aufgrund des Geschlechts nicht an feste Rollenverteilungen gebunden ist. Männer diskriminieren gegen Frauen, Frauen gegen Männer, aber sehr oft auch Männer gegen Männer oder eben Frauen gegen Frauen.
[...]
Update: Spreeblick berichtet dazu, eine gute Zusammenfassung der Sachverhalte rund um Leena.

18.03.2010, 17:36 Wer sind eigentlich "die Piratinnen"?

Die jüngste Gender-Diskussion innherhalb und rund um die Piratenpartei erweckt oftmals den Eindruck, als gäbe es bei den Piraten grundsätzlich keine Frauen, die etwas zu sagen haben. Das finde ich immens schade, denn einige der wichtigsten Persönlichkeiten der deutschen Piraten sind Frauen - und werden durch diese Diskussion meines Erachtens nach schwachgeredet.

Frauen an der Parteispitze

Meine Informationen hier habe ich den offiziellen Websiten der Landesverbände, des Bundesvorstands sowie aus dem Wiki entnommen und nach bestem wissen und gewissen zusammengetragen.
In mehr oder weniger zufälliger Reihenfolge, Frauen in führenden Parteiämtern:
Übersicht über die Parteiämter:
  • Bundesvorstand: 1 Frau (14,29%), 6 Männer
  • Landesverbände, Vorsitzende: 3 Frauen (18,75%), 13 Männer
  • Landesverbände, Stv. Vorsitzende: 4 Frauen (23,53%), 13 Männer
Als Vergleich kann man die Statistiken hier heranziehen. Was den Frauenanteil der Vorstandsmitglieder angeht, verlieren die Piraten laut dieser Statistik sogar gegen die FDP (nur 21,1% Frauen im Bundesvorstand). Obwohl es in den Führungspositionen der Landesverbände schon besser aussieht, gibt es auch einen geringen Anteil an Frauen.
Die Piratenpartei erhebt offiziell keine Statistik über das Geschlecht ihrer Mitglieder und Unterstützer. Schätzungen (mit Vorsicht zu genießen) gehen von einem Anteil von 90% Männern an den Mitgliedern aus.
Sind diese Schätzungen korrekt, und die Piraten haben einen derart hohen Anteil männlicher unterstützer, heißt dies aber auch im Gegenzug, dass die Frauen anteilsmäßig stärker in den Vorständen repräsentiert sind als die Männer. Ohne offizielle Erhebung des Geschlechts steckt in dieser Analyse aber auch viel Spekulation.
Eine realistische Erfassung des Geschlechteranteils der Crews wiederum scheint durch die losen Strukturen der Partei nahezu unmöglich.

Prominente weibliche Piraten

Die deutschen Piraten verfügen – außerhalb der Vorstände – über eine Vielzahl weiblicher Mitglieder und Unterstützer, die ein hohes Ansehen und prägenden Einfluss genießen. Mela etwa war die Hauptauthorin des Newsletters von klarmachen-zum-aendern.de (mittlerweile leider down).
Was den offiziellen Newsletter der Piratenpartei angeht, so ist dieser fast ausnahmslos in weiblicher Hand. Bianca Ziegler informiert mit Unterstützung von Silke Dürrhauer, Nicole Celikkesen, Gudrun Habersetzer und Elle Mudkips regelmäßig über wichtige Themen.

Amelia Andersdotter

Mit Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon erhielten die schwedischen Piraten ein zweites Mandat im EU-Parlament. Dieses wird, sobald die Bürokraten ihr Deathmatch beendet haben (siehe dazu auch jüngst diesen extrem lesenswerten Artikel), von Amelia Andersdotter angetreten.
Ich verfolge ihre steile "Karriere" innerhalb der Piraten schon seit längerer Zeit mit Interesse, und bin mehr und mehr von ihr Beeindruckt. Sie ist zweifellos eine der ganz prägenden Persönlichkeiten der Piraten. Sie Vertritt ihre Ideale konsequent, ist ehrlich und direkt. Ihre unkomplizierte herangehensweise an die Politik wirkt meiner Beobachtung nach wie Gift auf unsere politischen Gegner.

Fazit

In absoluten Prozentpunkten sind Frauen in den Vorständen zwar leider nach wie vor in der Unterzahl, allerdings ist die Piratenpartei eine sehr junge Bewegung, und der Anteil der Frauen in den Vorständen zeigt einen deutlichen Aufwärtstrend. Der Anteil der Frauen in Parteiämtern scheint wesentlich höher zu sein als die zahl weiblicher Mitglieder, was mangels statistischer Erhebung der Geschlechter allerdings v.a. auf Schätzungen beruht.
Der Anteil weiblicher Vorstände ist - allem Anschein nach - also höher als der Anteil weiblicher Mitglieder.
Vom mehr- oder weniger starken Engagements in der Bewegung je nach Geschlecht kann also eher nicht die Rede sein. Gäbe es eine Art systematisches Mobbing, wie Leena das mit ihrer äußerst umstrittenen Initiative indirekt andeutet, dann müsste der Anteil von Frauen in den Vorständen in Relation zur gesamtzahl weiblicher Mitglieder eigentlich geringer sein.
Es ist meine Beobachtung und feste Überzeugung, dass es innerhalb der Piraten nahezu keine Rolle spielt welches Geschlecht man hat, es zählen Fähikeiten und Einsatz.
Meiner persönlichen Verschwörungstheorie ( ;-) ) nach trägt eine wesentliche Schuld für die jüngste Eskalation die fortlaufende Negativ-PR der Zeitschrift EMMA und ihrem Dunstkreis – die extrem-feministische Zeitschift gegt seit längerem einen Groll gegen die Piratenpartei (siehe auch: „Piratenpartei als Pascha des Monats bei EMMA" sowie „EMMA: Abgedruck"). Die Zeitschrift ist nicht zuletzt während des Bundestagswahlkampfs wieder durch ihre bevorzugende und beschönigend wirkende Berichterstattung für Kanzlerin Angela Merkel (einer persönlichen Freundin von Alice Schwarzer) aufgefallen.
Zu beobachten ist ausserdem, wie einige der Unterstützer von Leenas These sich einem EMMA-Typischen Vokabular bedienen, z.B. ist "Maskulismus" im Deutschen nahezu ausschließlich innerhalb der EMMA-Clique im Gebrauch. (Nachtrag zu den zwei Absätzen: Ja, da ist mein Misstrauen gegenüber der EMMA und ihren Kampagnen wieder mit mir durchgegangen...)
Update: Aufgrund allgemeiner Beschwerden habe ich den Deppenapostroph entfernt und entschuldigung an Michaela Schauerhammer für die Geschlechtsumwandlung durch ein fehlenes "a" ;-)
Update: Ich habe Heide Hagen übersehen - Liste ergänzt.
Update: Fefe drückt es mal wieder hart aus, man darf aber nicht ignorieren, dass die Piraten im Moment auf außenstehende genau so wirken. Berechtigterweise?
Update: Rundungsfehler korregiert.
Update: Ein schwieriges Erbe - mein erweiterter Standpunkt

15.03.2010, 20:38 Katholische Kirche: "Failure by Design" statt "Intelligent Design"

Vorsicht: Pädophile Geistliche!Endlich. Die scheußlichen Verbrechen von tausenden Geistlichen, die sich systematisch seit Jahrzehnten – oder länger – an Schutzbefohlenen vergangen haben, sind nicht mehr länger ein offenes Geheimnis. Die Schande dieses selbst ernannten Gewissens unserer Gesellschaft hat endlich das Bewusstsein der Öffentlichkeit erreicht.
Über Jahre hinweg wurde vertuscht, bestochen, verheimlicht, und – weiter missbraucht. Der Schleier des Schweigens, den der Vatikan über den Vorfällen hielt, wog die Beteiligten in scheinbarer Sicherheit. Wer würde es schon wagen öffentlich gegen die mächtige katholische Kirche aufzutreten?
Kritiker, die sich um Aufklärung und Bekämpfung bemühten, wurden oft mit dem Hinweis abgespeist, dass man es schon innerhalb der Kirchengemeinschaft erledigt hätte, dass es sich um einen bedauerlichen Einzelfall handle.
Ein bedauerlicher Einzelfall. Duzende Einzelfälle. Hunderte Einzelfälle. Tausende Einzelfälle...

Moralische Instanz, Sünde

Und diese Menschen wollen die moralische Instanz unserer Gesellschaft sein? Die Hüter jahrtausendealter Weisheit? Jeden Sonntag wird gepredigt, die Menschen werden vor der Sünde gewarnt, nur Kirche und Glaube sollten den richtigen Weg weisen können.

Theologie Theorie Terror

Die Zahl derer, die noch immer bestreiten, wie krank das System Katholische Kirche – wie auch andere christliche Kirchengemeinschaften – ist, wird jetzt hoffentlich noch weiter schrumpfen. Obwohl die christliche Religion vorgeblich durch einen theologischen Rebellen (Jesus C.) begründet wurde, zementierten seine Anhänger bis heute ein konservatives System von Unterdrückung und Schrecken. Der Anteil der Kirche am Untergang der antiken Zivilisation ist heute nur mehr schwer zu bestimmen – die Geschichte wird von den Siegern geschrieben.
Selbst die grausamen systematischen Verbrechen der Kirche, wie etwa die Inquisition, hofft man mit dem Schleier des Vergessens verhüllen zu können. Ein Glück, dass wir im 21. Jahrhundert leben, zu einer Zeit, zu der sich Informationen mit Lichtgeschwindigkeit um den Globus ausbreiten.

Das kranke System

Wie naiv sind die Herren dieser Religion eigentlich? Sie schließen Frauen aus allen wichtigen Ämtern aus, gebieten Ehe- und Sex-losigkeit. Männer. Unsere Triebe sind stark genug, um den Erhalt unserer Spezies sicher zu stellen, und diese naiven Diletanten glauben allen ernstes nach wie vor dass es sinnvoll ist, nahezu allen ihren „Würdenträgern“ das Zölibat aufzuzwingen.
Denken wir doch mal an gesunde Kirchengemeinden, wo der Pfarrer nicht die Kinder Schändet. Ja, auch so etwas soll es geben. Entweder hat dieser Pfarrer dann vermutlich eine nahezu übermenschliche Fähigkeit zur Unterdrückung seiner Triebe, oder er hat von Natur aus schwächere Triebe, oder...
...die Pfarr-Haushälterin. Viele Gemeinden haben nämlich auch ein positives offenes Geheimnis. Alle schweigen, akzeptieren, dass es für Pfarrer gut ist, eine Partnerin zu haben – ebenso gut wie für die Gemeinde. Trotzdem. Der kalte Schleier der Moral zwingt ihn dazu Wasser zu predigen und Wein zu trinken...
Und dann sind da noch die anderen. Die es sich einfach machen. Wer glaubt schon einem Kind. Ein Kind. Zart, zerbrechlich, schwach, ergeben, beeinflussbar...
Man bekommt große Lust diese Organisation zu verbieten und ihre Tempel nieder zu brennen. Doch dann währe man in Wahrheit auch nicht besser als sie selbst.

Christliche Werte

Ich hoffe, dass jetzt wieder mehr Menschen anfangen, diese kranke Wurzel unserer Gesellschaft zu hinterfragen. Politiker predigen s.g. „christliche Werte“ und leben gleichzeitig davon das Gegenteil. Man macht Angstpropaganda gegen Migranten, erfindet Vorwürfe, schürt Vorurteile, im Namen des christlichen Abendlandes... Gleichzeitig vertuscht und verheimlicht man die Untaten der moralischen Fürsten...
Ich frage mich, wie lange der Diktator der katholischen Kirche, Joseph Ratzinger (Künstlername „Benedikt XVI.“), der sich selbst als unfehlbar bezeichnet, noch schweigen und leugnen wird.

Aber das böse Internet

Vorsicht: Pädophile Geistliche!Ein anderer interessanter Aspekt – es waren Christen (nicht nur aus der Christlich Demokratischen Union), die vergangenes Jahr an vorderster Front die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen bei ihrer Forderung nach Zensur des Internets (das s.g. „Zugangserschwerungsgesetz“) unterstützt haben. Sie behaupteten, mit Bezug auf nachweislich gefälschte / geschönte Studien, das Internet sei komplett mit Kinderpornographie verseucht und mit Pädophilen bevölkert, und nur Sperren würden dagegen Helfen.
Wir erinnern uns zu gut an die populistischen Reden von Frau von der Leyen vor der Bundestagswahl. Doch wenn es um die Vorgänge in ihrer Kirche geht, da beweist sie ebenso wie ihre Freunde und Parteikollegen eine geradezu erstaunliche Zurückhaltung. Keine Hassreden, keine Forderung nach STOPP-Schildern vor „Gotteshäusern“?
Ich hoffe, dass sich jetzt mehr Menschen Gedanken über ihre sogenannten „christlichen Werte“ machen...
Nachtrag: leibowitz sieht es weniger zynisch und vor allem fassungslos... Da frage ich mich: Warum diese Illusion der "edlen Kirche" bewahren und mit Samthandschuhen agieren?

12.03.2010, 16:03 Versprochen wird: Zweimal hintereinander sechs richtige im Lotto

Ein Gedankenspiel. Stellt euch vor, ihr spielt Lotto und habt sechs richtige. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist ziemlich gering, nämlich 1 : 15.537.573,3. Man könnte also behaupten, dass es sich bei dem Gewinn um einen sehr glücklichen Zufall handelt. Und jetzt stellt euch vor, ihr spielt in der Woche darauf erneut, und wieder werden eure Zahlen gezogen.
Undenkbar.
Dann frage ich mich aber, warum es so viele Menschen gibt, die Behörden und CDU das abkaufen. Also nicht den Lottogewinn, sondern die Wahrscheinlichkeit, in Deutschland bei einem terroristischen Anschlag ums Leben zu kommen.
Das konkreteste, dass es da bisher gab, ist mittlerweile ohne Zweifel als geheimdienstlich Gelenkt entlarvt. Es gibt in Deutschland seit sehr langer Zeit keine Todesopfer durch Terrorismus mehr, keine akute Bedrohungslage durch islamistischen Terror - obwohl "wir" in Afghanistan in unregelmäßigen Abständen unschuldige Zivilisten sprengen. Dennoch fordert die CDU immer wieder mehr Kompetenzen für Polizeibehörden und Geheimdienste. Mehr Überwachung, mehr Sicherheit. Mehr Sicherheit? Damit es in Hinkunft also weniger als keine Terror-Toten gibt? Präventions-Wahn.
Dabei ist eines sicher, selbst bei dem unwahrscheinlichen Fall einer Anschlagswelle gegen Deutschland: Der Terrorismus hat zum Beispiel bei der Zahl der Todesopfer nicht den Hauch einer Chance gegen den Straßenverkehr. Ich würde gerne mal sehen wie die Union im Wahlkampf vorm Lebensgefährlichen Straßenverkehr warnt. Oder doch lieber vor fettigem Essen? Das hat in Deutschland in Form von Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Todesfolge jährlich indirekt hunderttausende Menschen auf dem Gewissen.
Letztes Jahr etwa haben die Behörden wieder lautstark vor möglichen Anschlägen auf das Oktoberfest gewarnt. Bedauerliche Bilanz: 3 Tote. Keiner davon durch Terror. Alkohol im Straßenverkehr...
Eines scheint mir sicher - mit der kommenden Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen naht die akute Warnung des BND vor terroristischen Anschlägen in Deutschland. Man muss die Bedrohung ernst nehmen, die der Sicherheitswahn für unsere Gesellschaft darstellt.
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