Cymaphore

Now and then

Our world is made of glass

19.04.2010, 13:36 Piraten Landesparteitag BW 2010.1: Wir haben viel, viel, viel vor :-)

Dave kommentiert das GO-Mikado :-) Man kann auf den Landesparteitag mit gemischten Gefühlen zurückblicken. Aufgrund teilweise Mikado-ähnlicher GO-Anträge ist leider viel Zeit mit relativ sinnlosen Verfahrensdiskussionen vergangen, wodurch jetzt gerade mal die Hälfte des Wahlprogramms als abgesegnet gelten kann.
Vielleicht könnte es ja nicht schaden, wenn wir das nächste mal Dave (Bild) zum Versammlungsleiter machen würden? ;-)

Vorwürfe an den alten Vorstand

Der alte Vorstand musste sich einiges an Kritik gefallen lassen. Vor allem Orca war aufgrund der Kassenführung unter Beschuss. Das war teilweise schon bizarr wenn man bedenkt dass sich während seiner Amtszeit die Zahl der Mitglieder mehr als verdoppelt hat und es eine Bundestagswahl gab. Natürlich hätte es besser laufen können. Es kann immer besser laufen. Wir könnten ja auch ein fertiges Wahlprogramm haben - aber manchmal sind die Dinge eben schwieriger als erwartet.
Auch ist der Bericht der Rechnungsprüfer immer noch ausständig, bevor der nicht vorliegt macht es gar keinen Sinn irgendwelche Kreuze zu schnitzen ;-)
In meinen Augen ist es aber durchaus berechtigt, dem alten Vorstand zu wenig Arbeit an einer Vernetzung vorzuwerfen. Die Stammtische und Crews arbeiteten teilweise sehr isoliert voneinander, eine bessere Koordination aller hätte hier mit eigentlich wenig Aufwand viel bewirken können. Die Frage, wie es mit der Akkreditierung von Mitgliedern, die ihren Beitrag in Raten zahlen, aussieht, hat gezeigt, dass die Leute da im Vorfeld scheinbar nicht ausreichend miteinander geredet haben.
Auf den 30.02.1984 muss ich wahrscheinlich nicht näher eingehen, dieses Datum wird wohl vielen Piraten als Paradebeispiel für schlechtes Timing gepaart mit dem Gegenteil von gut - gut gemeint - in Erinnerung bleiben.

Bessere Vernetzung, mehr Unterstützung

Vor allem Tirsales als der neue Vorsitzende und Gunther, der neue Generalsekretär, haben bei ihrer Kandidatur betont, sich für eine bessere Vernetzung des Landesverbandes einzusetzen. Es ist unheimlich wichtig dass wir unsere Kräfte in Zukunft besser bündeln, daher hoffe ich, dass der Vorstand sein "Wahlversprechen" einhält :-)
An die beiden Beisitzenden, Carsten und Florian, richtet sich vor allem die Erwartung, den Schatzmeister zu unterstützen und zu entlasten. Bei ihrer Wahl hat die Frage nach Vorkenntnissen in Rechnungswesen usw. eine primäre Rolle gespielt.

Die Krux mit dem Wahlprogramm

Irgendjemand hat ursprünglich abgeschätzt, wir könnten in 6 Stunden damit durch sein. Gut zu wissen das es noch Optimisten unter uns gibt. Am Sonntag konnten gerade mal Punkt 1 - 4 und ein kleiner Teil von Punkt 8 abgesegnet werden. Einerseits haben wir ein umfangreiches Wahlprogramm, andererseits wurde unglaublich viel Zeit mit Verfahrensfragen verschwendet. Eine effiziente Abarbeitung der Punkte fand ironischerweise erst in den letzten Stunden vor Veranstaltungsende statt.
Leider hat sich aber auch gezeigt, dass sich viele Mitglieder erst an Ort und Stelle mit dem Wahlprogramm befasst, obwohl verschiedene Bearbeitungsstände schon seit langer Zeit vorliegen. Ich denke mal wir hätten eine Stunde alleine dadurch gewinnen können, wenn sich alle LP-Teilnehmer den Entwurf wenigstens am Tag vorher durchgelesen hätten.

Einige waren vorbereiteter als andere :-)

Einige scheinen der Meinung zu sein, der Stammtisch Ludwigsburg sei durch seine Fülle an Vorschlägen an dem Dilemma schuld. Das halte ich für absurd. Wir brauchen ein vollwertiges Wahlprogramm, und die Ludwigsburger haben sehr viel Arbeit in ihre Vorschläge gesteckt. Ohne ihre Beiträge währen wir vermutlich auch nicht fertig geworden, hätten aber ein wesentlich dünneres Programm. Anstatt einen so aktiven Stammtisch jetzt mit Anschuldigungen zu konfrontieren sollte man den Leuten mal lieber für ihr Engagement danken, und vor allem: Sich das nächste mal schon vor dem Landesparteitag mit dem Programm befassen.

Weiteres Vorgehen

Da erst das halbe Wahlprogramm durch den Landesparteitag abgesegnet wurde, ist ein zweiter Landesparteitag notwendig. Der genaue Termin steht noch nicht fest, wird aber in den nächsten Tagen vom neuen Vorstand bekannt gegeben. Der nächste LP wird nach meinen bisherigen Informationen in Ludwigsburg stattfinden.
Bis dahin wurde eine Kommission damit beauftragt, die bisher beschlossenen Punkte redaktionell (aber nicht inhaltlich) nach zu bearbeiten. Dieser bearbeitete Entwurf wird dann dem nächsten LP vorgelegt.
So gesehen kann dieser LP dann auch als eine Art Feuertaufe für den neuen Vorstand gesehen werden. Wenn sich viele Mitglieder mit dem Thema wieder erst damit auseinander setzen, wenn bereits darüber abgestimmt wird, dann werden wir wieder das gleiche Problem haben.

Unterstützung für NRW

Ein schöner Nebeneffekt war die Unterstützung für die Piraten in NRW. Ein engagiertes Team von Leuten hat vor der Halle einige Piraten-Schiffchen angefertigt, die in den nächsten Tagen den Wahlkampfteams in NRW übergeben werden. Abgesehen von den Booten konnten die Gäste aus NRW noch einiges an weiterer Unterstützung für diese wichtige Wahl bei uns mobilisieren.

Fazit - Wahlprogramm

Wir haben einen umfangreichen Entwurf für ein sehr ambitioniertes Wahlprogramm, und es ist durchaus noch Zeit bis zur Landtagswahl in Baden-Württemberg. Obwohl es jetzt keine Glanzleistung ist, mit Verfahrensfragen Zeit zu verbraten, wir sind klar am richtigen Weg, das hat schon das große Interesse der anwesenden Piraten gezeigt, und deren Frust über fortlaufende Verzögerungen.
Ich denke (hoffe?) es haben alle daraus gelernt, und werden sich beim nächsten LP mit Verfahrensfragen zurückhalten sondern sich auf die Sach-Themen konzentrieren, die nicht schon vorher abgeklärt werden konnten.
Kleiner Nachtrag: Es war "nur" ein Gast der Piratenpartei NRW anwesend, nicht mehrere. Kleiner Fehler in der Überschrift korregiert.
Update: "Delegierte" durch "Landesparteitag" ersetzt. Man lernt nie aus. :-)
Update: Tauss hat ein Foto der Schiffe hochgeladen.

15.04.2010, 15:15 Lucid Lynx approaching

In one and a half weeks, Ubuntu will release version 10.04, Lucid Lynx. Since lucid is a long time release (LTR), there are relatively little revolutionary features. However, some of the previous innovations are now matured and ready for the LTR.
For admins of servers, the list of changes, compared to karmic, is rather small, especially if backport-repositories are in use. Some server applications are included in relevant new versions, for example PHP (5.2 -> 5.3, better performance and improved security) or the eBox-Packages (1.3 -> 1.5, much more mature platform).
Desktop-Users will see much more changes. Gnome is shipped in version 2.30, including some usability improvements in Nautilus, new administration features, cleanup to the UI in many applications, and finally some improvements to the library, removing deprecated stuff. A completely new UI-design has been introduced as well, making Gnome look a little bit more state of the art. KDE is shipped in version 4.4, fixing 7293 bugs and introducing all in all 1433 new features, compared to the previous version. Far more Plasma-Widgets are available and the previously existing ones have matured greatly. KDE 4.4 and Gnome 2.30 are from my point of view worthy releases for inclusion in a long time release.
Netbook-Users will be happy to hear, that the recently introduced netbook-remixes are finally somewhat finished. While previous version felt somewhat unfinished, especially kubuntu-netbook looks very promising.

13.04.2010, 16:31 EMMA macht Werbung für "Porno"-Spiel "Kiez King"

EMMA Site - Werbung für Kiez KingWirklich - obwohl wahrscheinlich nicht mit Absicht.
Als ich heute das Online-Angebot von EMMA durchgeblättert habe, traute ich meinen Augen nicht - prangert da doch unter dem Artikel "Sexualfantasien & Sadomasochismus" eine AdSense-Werbung für das Spiel Kiez King (siehe Screenshot rechts).
Die Ursache ist wahrscheinlich, dass die Online-Redaktion der EMMA bei der Konfiguration von AdSense einen Fehler gemacht hat. Dieser Artikel von Alice Schwarzer enthält nunmal sehr viele explizite Begriffe - Porno, S/M, etc. etc. - AdSense reagiert entsprechend auf diese Begriffe und zeigt "passende" Werbung.
Es ist aber irgendwie erheiternd, dass da EMMA nun mit der Werbung für eines ihrer klaren Hassobjekte Geld verdient :-) ... Wieviele EMMA-LeserInnen wohl auf diese Werbung geklickt haben - und sei es nur aus purer Verwunderung oder in Erwartung einer Satire?
Fairerweise werde ich das aber der EMMA-Redaktion gleich mal mitteilen - ich bin gespannt ob sie darauf reagieren werden :-)
Update: Die vollgraphische Werbung scheint nur alle paar Aufrufe zu kommen, die halbe Zeit kommt stattdessen die Werbung für das Spiel als Text-Block :-)
Update: Mittlerweile kommen gänzlich andere Werbe-Ergebnisse auf der Seite, also scheinbar haben sie ihr AdSense-Profil jetzt angepasst.

09.04.2010, 16:01 Unwissenheit, Unsicherheit und alte Propaganda: EMMA-Unterstützung für Cecilia Malmström

Stefan Tomik (von der Online-Redaktion der FAZ) hat eine weitere Plattform für seine Meinungen zum Thema Internetzensur gefunden. Sein Artikel für die EMMA 2/2010, "EU für Internet-Sperren: Zukünftig schon Suche nach Pornos strafbar?", strotzt diesesmal aber nicht nur von den üblichen offensichtlichen Fehlern und Unwahrheiten.
Übliche Propaganda, wie man sie auch von von der Leyen und Malmström kennt. Es wird wieder versucht, das Versagen der Politik in Sachen Strafverfolgung als Rechtfertigung für Sperren heran zu ziehen. Besonders brisant ist, dass alleine die ersten acht Absätze rund um Peter Vogt und "Operation Marcy" der Sinnhaftigkeit von Sperrmaßnahmen klar widersprechen.
"Geschlossene Foren wie jenes von Marcel K. könnten mit den diskutierten Internetsperren wohl nicht bekämpft werden, denn dafür sind die Sperren nicht hinreichend zielgenau. Und doch liefert der Fall Erkenntnisse, die für die Debatte von Bedeutung sind. Kritiker sagen, die Sperren seien technisch leicht zu umgehen und daher unwirksam. Doch die Täter, mit denen Peter Vogt zu tun bekam, waren technisch weitgehend unbeschlagen. „Das kleine Handwerkszeug konnten sie“, sagt er. „Aber in elf Jahren haben es nur drei Täter geschafft, ihre Festplatten zu verschlüsseln.“ Oft zahlen sie sogar mit Kreditkarten. Sie alle würden von den Internetsperren gestoppt."
Diesen Absatz muss man sich dann doch mal auf der Zunge zergehen lassen. Technisch unbeschlagene (was auch immer das bedeuten soll) Benutzer wären also nicht fähig, die Sperren zu umgehen? Es gibt Zahllose Beispiele wie etwa dieses hier bei Lawblog, wo, auch für unbedarfte User verständlich, gezeigt wird, wie man mit wenigen Handgriffen den Stoppschildern zuverlässig aus dem Weg gehen kann.
Einige Absätze weiter betont Tomik dann aber erneut die Sinnlosigkeit der Sperren und die bessere Alternative, eine verstärkte Kooperation der Behörden:
"In Deutschland kann die Polizei gegen Verbreiter von Kinderpornografie effektiv vorgehen. Erbittert streiten Befürworter und Gegner der Internetsperren aber über die Frage, wie das im Ausland geschehen kann. Man muss dafür nicht nach Indien oder Afrika blicken. Die meisten dieser Websites sind in Amerika beheimatet. Das zeigt eine Untersuchung des 31 Jahre alten IT-Beraters Florian Walther aus Berlin. Er analysierte Sperrlisten aus europäischen Staaten, die im Internet auftauchten. Walther schrieb ein Programm, das die Standorte der Seiten aus einer Geodatenbank ermittelt. Die Ergebnisse zeigen, dass von 1.413 Domains, die in Europa blockiert wurden, allein 1.038 in den Vereinigten Staaten lagen. In Australien fanden sich 138, in Kanada 85 Server. „Die meisten Websites werden also in Ländern bereitgestellt, in denen man durchaus gegen die Anbieter vorgehen könnte“, bilanziert Walther."
Wie er da ausgerechnet auf Indien gekommen sein mag? ...
Fassen wir zusammen: Im Grunde erneut Argumente gegen Sperren, weiters:
"Auch damit haben die Schwierigkeiten zu tun, Inhalte aus dem Netz zu löschen und die Täter zu verfolgen. Ob und wie das funktioniert, soll ein Selbstversuch zeigen. Eine Eingabe bei der „Onlinewache“ der hessischen Polizei mit der Bitte um Löschung von vier verdächtigen Websites bleibt ohne Antwort. Auch auf eine Nachfrage Wochen später beim Landeskriminalamt kommt keine Reaktion."
Also doch wieder: Sperren als Alternative zu kompetenter Polizeiarbeit, oder wie?
Der AK Zensur hat schon vor längerer Zeit gezeigt, dass löschen ein wirkungsvoller Weg ist. Wie wirkungsvoll ist es aber, den Rechtsstaat zu untergraben, weil die Exekutive hier versagt?

Fazit: Themenverfehlung.

Der Artikel hat keinerlei Neuigkeitswert. Auf die jüngsten Stellungnahmen von Malmström - siehe auch "Sie tappt im Dunkeln" (FAZ) - wird nichteinmal in Ansätzen eingegangen. Dem gesetzestechnischen Desaster rund um das Zusatzerschwerungsgesetz wird auch kein Wort gewidmet.
Jetzt versucht EMMA nicht einmal mehr selbst, die Maßnahmen der von der Leyen schön zu reden, sondern holt sich einen bekannten Demagogen auf dem Gebiet - siehe u.a. auch: "Censilia 2.0 im ZDF-Blog", "Korrekturfahne für Frau Wiedermeyer in Brüssel", "Gefangen im Netz der simplen Antworten", "Stefan Tomik hat nichts verstanden".
Update: Und dass hierzulande über den Umweg des JMStV an neuen tollen Zensurmöglichkeiten gearbeitet wird, wird auch mit keinem Wort gewürdigt :-)

07.04.2010, 18:21 Die Schwäche der vierten Gewalt

Vor zwei Tagen wurde auf Wikileaks ein Video veröffentlicht, das die Kriegsführung der US-Streitkräfte so zeigt, wie sie nicht gesehen werden soll. Die Veröffentlichung wurde schon vor längerer Zeit angekündigt und hat u.a. dazu geführt, dass Wikileaks noch stärker zur Zielscheibe für US-Geheimdienste und -Militärs wurde. Im Vorfeld der Veröffentlichung wurde der Plattform etwa ein US-Geheimdokument zugespielt, dass ausführlichst beschreibt, wie die US-Behörden gegen Leaking, mit besonderem Fokus auf Wikileaks, vorgehen wollen/sollen.
Unschuldige sterben durch die Hand von US-Soldaten, u.a. Kinder und Reuters-Journalisten... Die auf dem Video hörbaren Kommentare der Schützen sprechen Bände. Den US-Streitkräften, wie offensichtlich auch Reuters, ist damals eine weitestgehende Vertuschung gelungen - bis Insider eine verschlüsselte Version des Videos nach außen getragen haben. Nach der Veröffentlichung haben selbst etablierte Medien nur zaghaft begonnen darüber zu berichten. Dadurch ist etwa auch ans Licht gekommen, dass MSNBC bislang offenbar den Begriff "wikileaks" auf seiner Blacklist hatte.
Jüngsten Informationen zufolge geben die US-Streitkräfte an, das fragliche Video nicht mehr auffinden zu können. Meine Verwunderung hält sich in Grenzen, angesichts der Vertuschungsbemühungen rund um den Vorfall, schließlich war es trotz toter Reuters-Journalisten gelungen, die Aktion weitestgehend vor der Öffentlichkeit geheim zu halten.
Soviel zum Thema moderne, saubere, Kriegsführung des 21. Jahrhunderts. Es drängt sich wieder die Frage auf, wieviele solche Massaker die US-Streitkräfte im Irak und aktuell in Afghanistan noch vertuschen konnten, und inwieweit die Medien, die vierte Gewalt, dabei behilflich waren...
Wikileaks-Projektseite zu dem Video: collateralmurder.com
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