Cymaphore

Now and then

Our world is made of glass

20.02.2013, 10:39 Reaktion aus der SPD auf unsere Kritik am Bürgerhaushalt Stuttgart

Matthias Tröndle ist Mitglied der SPD und JuSos in Stuttgart. Ich kenne ihn von diversen Veranstaltungen und schätze seine Meinung. Er war der erste Stuttgarter Politiker, der jetzt auf unsere jüngste Kritik am Bürgerhaushalt Stuttgart reagiert hat, via Twitter:
.@ChristianThomae Ihr seid mit Kritik voreilig; es soll ja eine Zusammenfassung gleicher Vorschläge geben nach 1. Phase. @stuttgart_stadt M_Troendle
@ChristianThomae @stuttgart_stadt Punkte 4 und 2 hängen direkt mit 3. Punkt zusammen. Nur der 1. Punkt wäre kritisch, sofern das stimmt. M_Troendle
@ChristianThomae @stuttgart_stadt Dieser Punkt, den ich nicht verifizieren kann, rechtfertigt trotzdem nicht restliche 3 Eurer 4 Kritikpkte. M_Troendle
Zu aller erst ist „voreilig“ möglicherweise nicht der richtige Ausdruck. Unsere Kritik ist weder neu noch überraschend. Bereits vor zwei Jahren haben wir genau diese Probleme beanstandet, ohne dass sich seitdem etwas verbessert hätte.
Von Punkt 1, der Manipulierbarkeit, kann er sich höchst persönlich überzeugen. Dazu muss er sich nur einen gefälschten Account im Bürgerhaushalt anlegen. Meine zwei Jahre alten Testzugänge dort existieren jedenfalls nach wie vor, und ich könnte diese zum Abstimmen nutzen, wenn ich ausreichend skrupellos wäre. Wir haben das damals sogar als Anfrage an die Gemeinderatsfraktionen geschickt. Einige haben uns geantwortet. Geschehen ist seitdem freilich nichts.
Von den Bedienbarkeitsmängeln kann er sich auch selbst überzeugen. Oder will er mir erklären, dass das die optimale Oberfläche ist, um sich durch die Antragsflut zu arbeiten? Favoriten gibt es freilich, aber keinerlei Möglichkeiten, Vorschläge zu ignorieren, feingliedrig zu filtern, Markierungen zu setzen, mit Tags zu arbeiten, etc., etc. Derartige Funktionen sind Stand der Technik, nicht unnötiger Schnickschnack. All das ist in einem Drupal-basierten System wie dem Bürgerhaushalt mit Hausmitteln und kostenlosen Modulen umsetzbar. Wir haben vor zwei Jahren vorgeschlagen, die Oberfläche da um derart zeitgemäße Funktionen zu erweitern. Nichts davon ist geschehen. Für einen mit Drupal vertrauten Entwickler wären es maximal zwei Tage Arbeit, die wesentlichsten dieser Funktionen zu integrieren.
Auch haben wir bereits vor zwei Jahren im Detail erklärt, warum eine Zusammenfassung der Vorschläge erst nach der Vorschlagsphase nicht hinnehmbar ist. Das wurde uns übrigens damals schon versprochen. Zuallererst hat es da tausende Vorschläge, die händisch gesichtet werden müssen. Händisch. Dann muss die sichtende Person die Unterschiede der Vorschläge gegeneinander abwägen. Und am Ende soll genau ein Vorschlag übrig bleiben (mehr gibt das aktuelle System des Bürgerhaushalts nämlich technisch noch nicht her). Das hat vor zwei Jahren schon nicht funktioniert, und es wird auch dieses Mal nicht gut funktionieren. Und es ist weder fair, noch transparent, wenn Vorschläge so praktisch willkürlich zusammengefasst werden. Dieses System hat keinen Prozess zur Behandlung von Vorschlagvarianten, in unseren Augen eine Minimalanforderung an jeden derartigen Prozess.
Dabei gibt es wie gesagt sehr wohl technische Möglichkeiten, dies beinahe vollautomatisch zu regeln. Wir haben das damals schon demonstriert. Für Drupal gibt es auch für diese Funktion kostenlose Module. Vor zwei Jahren haben wir vorgeschlagen, soetwas einzubauen. Nichts ist passiert. Voreilige Kritik ist das jetzt also eher nicht.
Wir haben diese Punkte damals auch im Arbeitskreis mehrfach angesprochen.
Nichts ist passiert.
Bei aller Freundschaft, lieber Matthias, darum ist unsere Kritik weder voreilig noch unberechtigt. Oder wie siehst Du das?
[ Link ]

0 Comments

Write Comment

Name:
eMail:
Comment:
Hint: Comment must have at least 4 characters.
Name is optional.
eMail-Address is optional and will never be published or shared in any way.
Feeds: Atom, RSS, List