Cymaphore

Now and then

Our world is made of glass

23.03.2012, 11:15 Auswertung der Antworten auf die #BuVo-Frage

Ich habe den Kandidaten, die sich Bislang für das Amt des Bundesvorstandes der Piratenpartei gemeldet haben, eine Frage gestellt:
Was hast Du vor im Bundesvorstand zu leisten, was Du in der Basis nicht machen kannst, unter besonderer Berücksichtigung des Umstandes, dass bei uns die Politik ausdrücklich nicht durch Vorstände gemacht wird und eine Vorstandsfunktion auch kein geeignetes Sprungbrett für evtl. Kandidaturen zu öffentlichen Ämtern sind?
In diesem Beitrag möchte ich zuerst grundsätzlich auf das Wesen des Bundesvorstandes der Piratenpartei eingehen. Im Anschluss bewerte ich die Antworten der Kandidaten auf diese Frage, inklusive einiger begründeter Empfehlungen. Im Fazit habe ich zusätzlich die Arroganz, den Kandidaten und allen Piraten die am Bundesparteitag teilnehmen wollen, Empfehlungen auszusprechen (dafür dürft ihr mich dann Shitstormen, wenn ihr drauf besteht).

Grundsätzliches

Abseits der gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben und Kompetenzen funktionieren die Vorstände innerhalb der Piratenpartei grundlegend anders als bei den etablierten Parteien. Der Vorstand ist im Wesentlichen zuständig für Organisation, Koordination, das Verteilen von Geld und die offizielle Vertretung der Partei. Programmarbeit ist keine Aufgabe des Vorstandes. Zwar kann (sollte) der Vorstand die inhaltliche Arbeit der Mitglieder organisatorisch unterstützen, Eingriffe in diese oder Parteinahme sind aber nicht zulässig.
Verstößt ein Vorstand gegen dieses Prinzip, muss er (zu recht) mit scharfem Gegenwind der Mitglieder rechnen. In Einzelfällen oder „Ausrutschern“ hagelt es Shitstorms. Im Extremfall, wenn ein Vorstand versucht seine Privatmeinung über seine Funktion zu propagieren, führt es zu einem Verlust der Anerkennung – und somit de-facto Absetzung – der entsprechenden Person durch die Mitglieder. Hatten wir alles schon.
Gewählt wird der Bundesvorstand für ein Jahr durch den Bundesparteitag (BPT). Dieser tritt üblicherweise zweimal pro Jahr zusammen. Seit dem ersten großen Wachstumsschub der Piratenpartei im Jahr 2009 nutzen wir jedoch den ersten Parteitag des Jahres nur noch nahezu ausschließlich zur Wahl des Vorstandes. Für den Beschluss von Programmanträgen bleibt meist keine Zeit. Dabei ist der Bundesvorstand Bundesparteitag (Anm. Cymaphore: Korregiert. Das passiert wenn man sich zu viel mit Leuten auseinander setzt, die falsche Vorstellungen vom Bundesvorstand haben... m-( ) derzeit das einzige Organ der Piratenpartei, dass über die bundesweite Programmatik der Partei beschließen kann!
Eine wesentliche Ursache dafür ist die hohe Zahl an Kandidaten. Jedes Mitglied der Piratenpartei ist aktiv und passiv wahlberechtigt. Leider reagieren viele auf diese große Freiheit nicht mit dem gleichen Maß an Verantwortung. Viele kandidieren, ohne dass ihnen das Wesen der Funktion bewusst zu sein scheint oder ohne dass sie überhaupt für das Amt geeignet wären. Da gibt es Kandidaten, denen weder die grundlegenden Arbeitsweisen noch die Programmatik der Partei bekannt sind.
Einige Mitglieder scheinen eine Kandidatur sogar ausschließlich als Mittel zur Selbstdarstellung zu betrachten. Manche kandidieren, um „ihr“ Thema in der Partei zu fördern. Diese Leute verschwenden damit die wertvolle Zeit des höchsten Organs der Partei und behindern damit aktiv unsere programmatische Arbeit. Das mag hart klingen, ist aber praktisch leider so.
Wenn man nach zwei Tagen Bundesparteitag zwar einen neuen Bundesvorstand hat, aber keinen einzigen neuen Programmpunkt, dann ist der Parteitag in meinen Augen im Prinzip gescheitert.

Zur Frage

Nachdem diese Probleme zu den Gründen zählen, warum einige nicht nur durch mich sehr geschätzte Piraten der Partei den Rücken gekehrt haben, habe ich mir die Frage gestellt, was ich dagegen tun kann. Und die Antwort darauf war eine Frage. Ich habe versucht sowohl das Wesen als auch das Selbstverständnis einer Vorstandsfunktion der Piratenpartei in einer Frage abzubilden. Die Frage ist bewusst so formuliert, dass nicht nur der Inhalt sondern auch die Art der Antwort einiges an Aussagekraft über einen Kandidaten enthält.
Der wichtigere Aspekt ist wohl, dass das Wesen der Frage zur Reflektion über die eigene Kandidatur anregt. Da ich es strikt ablehne, dass irgend jemandem eine Kandidatur untersagt wird, setze ich auf diese Art und Weise auf das Verantwortungsbewusstsein der Kandidaten und ihr Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Piratenpartei.
Die gesammelten Antworten findet ihr hier im Wiki, eine übersicht über die gefragten Kandidaten befindet sich hier.

Zurückgezogen

Marco Campe, Jörn Zimmer und Jürgen Hohlfeld haben unter anderem infolge der Frage ihre Kandidatur zurückgezogen und verdienen dafür unsere Anerkennung. Kandidieren kann jeder, der seinen Mitgliedsbeitrag bezahlt hat, aber eine Kandidatur zurück zu ziehen und sich noch mal Gedanken über alles zu machen ist m.E. ein Zeichen der Größe. David Forstner hat seine Kandidatur halb zurückgezogen und macht sie scheinbar mittlerweile von einer Umfrage in seinem Blog abhängig, die sich bislang zu über 90 % gegen eine Kandidatur ausspricht.

Zu spät

Nicht geeignet für das Amt des Bundesvorstandes sind meiner Meinung nach Mirco da Silva (Inkorrupt), Oliver (Corax) sowie Simon Stützer (Safecracker), weil sie es nicht geschafft haben, innerhalb von vier Tagen auf eine Frage zu ihrer Kandidatur zu antworten. Ich habe mehrere Male erinnert – via Mail und sozialen Netzwerken. Keine Antwort. Nicht einmal ein „keine Lust“. Ein Bundesvorstand muss in der Lage sein, es zumindest zu kommunizieren, wenn er keine Zeit für ein Mitglied hat. Man stelle sich vor diese Leute bekämen Presseanfragen – würde man die dann auch tagelang liegen lassen?
Marc Salgert (Teasertrailer) hat zwar ebenfalls die Frage noch nicht beantwortet, aber sich zumindest nach drei Tagen gemeldet und darauf hingewiesen, dass er wegen dem Wahlkampf in NRW keine Zeit dafür hätte.
Urteile ich da zu hart?
(Update: Simon Stützer hat keine meiner Mails erhalten, da sie bei ihm im Spam-Ordner gelandet sind. Da ich übersehen hatte dass er seinen Twitter-Account angegeben hat, und ich ihn dementsprechend nicht darüber erinnert habe, habe ich seine Antwort fairer Weise noch mit berücksichtigt und nachträglich eingeordnet.)

Nicht geeignet

Ich gehe hier auf Kandidaten ein, die meiner Meinung nach aufgrund ihrer Antwort nicht geeignet sind. Ich möchte auch begründen, warum dem so ist. Hierbei handelt es sich natürlich um meine persönliche Bewertung, es steht jedem frei da anderer Meinung zu sein.
Thomas Irmer
Mangelnde Kenntnisse über die Partei und ihre Arbeitsweise. Zitat: „Erstmal finde ich es großartig zu erfahren, dass Politik ausdrücklich NICHT vom BuVo gemacht wird oder werden soll“
Paul Weiler (TSM)
Mangelnde Kenntnisse über die Partei und ihre Arbeitsweise. Führt gute Gespräche mit „der Basis“ als Begründung für die Kandidatur an.
Horst Bartels (Benlisa)
Möchte sich stark programmatisch einbringen und hat sich selbst als kompromisslos beschrieben. Die Antwort deutet darauf hin, dass er das Amt dazu nutzen möchte, um in der Partei und mit der Partei für seine persönlichen Positionen zu kämpfen.
Heiko Schmidt (Heiko79)
Mangelnde Kenntnisse über die Partei und ihre Arbeitsweise. Probleme mit Rechtschreibung und Grammatik. Wirft mit wirren Zahlen ohne Belege um sich.
(Anmerkung: Er ist nach eigenen Angaben Legasteniker, daher streiche ich fairer Weise den Verweis auf die Rechtschreibung und Grammatik)
Thomas Bennühr (Thomas (OHV))
Die Einordnung von Thomas Bennühr ist mir persönlich schwer gefallen. Eine grundsätzliche Stellungnahme macht ihn aber anhand unserem aktuellen Selbstverständnis für ungeeignet für den Vorstand, wenn er denn tatsächlich vor hat, das umzusetzen:
„Eine mögliche Aufgabe des Vorstandes könnte auch sein, über die thematischen Entscheidungen der Basis hinaus Visionen, Konzepte und Strategien zu entwerfen, wie unsere Politik zukunftsfähig bleibt. Nach meinem Demokratieverständnis müssten diese Entwürfe aber durch die Mitglieder diskutiert, überarbeitet und verbessert werden.“
Thomas fordert Leitanträge. Ob man das so nennt oder nicht, das Prinzip ist das Gleiche: Die programmatische Privilegierung des Bundesvorstandes. Wenn wir das machen, droht unserem basisdemokratischen Selbstverständnis das gleiche Schicksal wie dem der Grünen.
Jürgen Hohlfeld
Mangelnde Kenntnisse über die Partei und ihre Arbeitsweise. Scheint sich für Programmarbeit zu interessieren und nicht für Vorstandsarbeit.
David Forstner (Canoodle)
Hat mir unterstellt, ich hätte seine Wiki-Seite vandalisiert, weil ich ihm die Frage auf seiner Diskussionsseite gestellt habe, und daraufhin seine Stellungnahme im Wiki mehrfach editiert, in offensichtlicher Unkenntnis der History-Funktion. Mangelnde Kenntnisse über das Wesen des Bundesvorstandes sowie die Partei und ihre Arbeitsweise. Es scheint ihm auch nicht bewusst zu sein, dass es bei uns keine nicht geschäftsführenden Vorstandsmitglieder gibt.
Benjamin Ölke (Samvimes)
Hat die Frage nicht beantwortet, sondern als „beschissene Suggestivfrage“ bezeichnet. Findet, er müsse „nicht jeden Scheiß beantworten“. Wer auf eine Frage eines anderen Piraten mit Fäkal-Ausdrücken reagiert, und dann auch noch erfolglos versucht den Fragesteller über Twitter ins Lächerliche zu ziehen, ist für ein Vorstandsamt nicht geeignet. Ich habe übrigens, anders als er unterstellt, kein Problem damit, wenn Vorstände gelegentlich Kraftausdrücke benutzen, mache ich selber auch. Weiß jeder, der schon mal eine meiner Reden auf Demos gesehen hat. Ich käme allerdings nie auf die Idee, die Frage eines anderen Piraten nahezu ausschließlich mit Beschimpfungen zu erwidern. Und für einen Bundesvorstand ist das m.E. sowieso ein absolutes no-go.
Werner Eymann
Mangelnde Kenntnisse über die Partei und ihre Arbeitsweise sowie das Wesen des Bundesvorstandes.
Reginald Grünberg
Mangelnde Kenntnisse über die Partei und ihre Arbeitsweise. Ich deute seine Antwort so, dass er beabsichtigt, das Amt so zu führen, wie das bei den etablierten Parteien üblich ist – Zitat: „Schnallt ihr wirklich noch nicht, wie das funktioniert?“. Seine Beurteilung der Arbeit der Bundesvorstände (insbesondere Afelia) wirkt sehr oberflächlich. Zusätzlich kam seine Antwort erst nach vier Tagen.

Geht-nur-im-Vorstand-Kandidaten

Diese Kandidaten sind mir sehenden Auges in die „was Du in der Basis nicht machen kannst“-Falle gelaufen. Anhand der Antwort scheinen sie alle grundsätzlich für den Bundesvorstand geeignet zu sein, begründen aber ihre Kandidatur mit Vorhaben, die man außerhalb des Bundesvorstandes genauso gut umsetzen kann, wenn nicht sogar besser.
Als immer noch aktuelles Beispiel (weil sie nach derzeitigem Stand nicht erneut kandidiert) aus meiner persönlichen Perspektive möchte ich Gefion nennen: Obwohl die Flaschenpost damals eine der Kernbegründungen für ihre Kandidatur war, hat sie aufgrund ihrer Funktion weit weniger Zeit für die Flaschenpost gehabt als zuvor. Sein wir ehrlich: Im Endeffekt konnte sie im BuVo nichts für die Flaschenpost tun, was sie außerhalb des Vorstandes nicht auch hätte tun können. Im Gegenteil: Sie hätte vielleicht sogar mehr Zeit dafür gehabt ohne den ganzen Vorstands-foo.
Update: @GefionT .@Cymaphore Wenn ich das bitte korrigieren darf: Ich habe letztes Jahr nicht wegen, sondern TROTZ der Flaschenpost kandidiert! Quelle
  • Heiko Müller (Ekynos)
  • Julia Schramm (laprintemps)
  • Markus Barenhoff (alios)
  • Bernd Schlömer (BuBernd)
  • Jenny Louise Becker (Ninjagonzo)
  • Johannes Ponader
  • Simon Stützer (Safecracker)

Die Anderen

Die übrigen Kandidaten, die ich der Vollständigkeit halber hier auflisten möchte, haben sich im Wesentlich nicht von den Fangfragen verführen lassen und anhand der Art ihrer Antwort gezeigt, dass sie das Wesen der Partei und der Vorstände offensichtlich grundsätzlich verstehen. Eigentlich müsste ich Bernd Schlömer hier auch mit auflisten, allerdings bin ich der Meinung, dass man nicht im Vorstand sitzen muss, um die Piraten zusammen zu halten :-)
  • Klaus Peukert (tarzun)
  • Sebastian Nerz (Tirsales)
  • Frank Fuhrmann (Meister Hora)
  • Matthias Schrade (Kungler)
  • Rene Brosig (PiratNEA)
  • Nicolai Fleckstein (Flecky)
  • Johannes Thon (Duesenberg)
  • Carsten Ries
  • Brigitta Brockmann (Fishrun)
  • Kyra Anisimov
  • Mike Rheindorf (Sea wolf)

Fazit

Wie viel Zeit wir in Neumünster für Programmanträge haben werden, hängt vollständig von uns ab.
Jeder, der darauf verzichtet, einem Kandidaten, der ohnehin keine Chance hat, eine Frage zu stellen, deren langatmige Antwort sowieso absehbar ist, schenkt dem Bundesparteitag wertvolle Zeit. Der Bundesparteitag kostet uns je nach Art der Berechnung irgendwas zwischen 50 € und 100 € pro Minute.
Jeder Kandidat, der auf langatmiges Geschwafel auf der Bühne verzichtet, so verlockend das auch sein mag, schenkt dem Bundesparteitag wertvolle Zeit.
Und an die hier unter „ungeeignet“ gelisteten Kandidaten möchte ich folgende Frage richten: Möchtet ihr die Piratenpartei weiter bringen? Dann stellt Euch bitte die Ernsthafte frage, ob das höchste Gremium der Piratenpartei sich nicht lieber mit inhaltlichen Fragen anstatt mit Eurer wahrscheinlich erfolglosen und zeitraubenden Kandidatur auseinander setzen soll. Das klingt hart, aber ich meine es ernst. Informiert euch doch bitte darüber, wie die Kandidaturen bei den Bundesparteitagen in Bingen und Heidenheim so abgelaufen sind und stellt euch selbst die Frage, ob ihr wollt, dass Neumünster genauso abläuft. Und nicht zuletzt fragt Euch doch bitte selbst: Was ist der Bundesvorstand der Piratenpartei und ist das tatsächlich, was ich will?
Und bevor jemand auf die Idee kommt, mir Ambitionen zu unterstellen: Für den Bundestag kann ich nicht kandidieren, weil ich Ausländer bin und für den Bundesvorstand bin ich derzeit definitiv nicht geeignet.

Siehe auch

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23 Comments

From Lars, 23.03.2012, 12:06
Danke für die Analyse - sehr gut gemacht ;-)
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From Dee Kay, 23.03.2012, 12:12
Ich finde, dass du Bernd Schlömer zu hart beurteilst.
Eigentlich sagt er das tupfergleiche wie Kyra mit anderen, kürzeren Worten.

Auch Carsten Ries würde ich eher bei den "Nicht geeignet" Kandidaten sehen. In den unteren beiden Absätzen beschreibt er ja Ziele die zwar neutral organisatorisch formuliert sind, hinter denen aber durchaus der programmatische Ries-Weg steckt, wenn ich mir den Kandidat mal genauer betrachte.

Gruß, Dee Kay
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From Cymaphore, 23.03.2012, 12:39
Dee Kay,

Bei Kyra und Bernd bin ich nicht Deiner Meinung: Kyra hat explizit geschrieben, dass es dafür kein Vorstandsamt braucht und dass es eine Beauftragung (so hab ichs zumindest verstanden) auch tun würde. Bernd hat explizit geschrieben, dass er das nur als Vorstand könne.

Außerdem ist die Trennung zwischen den letzten beiden Gruppen hauptsächlich als Information gedacht, und nicht wertend.

Ja, Carsten Ries ist nicht ganz einfach einzuordnen. Aber er ist m.E. in keine der Fallen wirklich getappt und hat auch sonst nicht völlig abwegig geantwortet, von daher im Zweifel für den Angeklagten. ;-)

Ciao,
Martin
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From rudi, 23.03.2012, 12:58
Hi Martin,
tolle Arbeit!!! Danke!
VG aus Berlin
rudi
@piratenraz
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From bratwurst, 23.03.2012, 13:16
Simon Stützer (Safecracker) hat -- so weit ich weiß -- sich eine Woche Urlaub genommen und ist ins Saalland gefahren, um die Piraten dort beim Wahlkampf zu unterstützen!

"Keine Lust" zu interpretieren, weil binnen vier Tagen keine Reaktion erfolgte ist eine glatte Fehlleistung Deinerseits!

Zeigt mir, dass man ein Scheiß auf solche "Analysen" geben sollte und sich selbst ein Bild von den Kandidaten machen sollte. Plumper Versuch der Meinungsmache.

--
Bratwurst
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From Wolle, 23.03.2012, 13:21
...stark !!!

Das ist eine tolle Arbeit !

LG Wolle

P.S.: Julia Schramm wird zu große Eitelkeit zugeschrieben, stimmt das?
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From Cymaphore, 23.03.2012, 13:30
bratwurst,

er ist zumindest den ganzen Tag mit 10-20 Tweets auf Twitter aktiv. Ich habe ihn zweimal per Mail und einmal via Twitter angeschrieben ohne Resultat. Fazit: Selbst schuld.

Und Deinem letzten Absatz stimme ich vollumfänglich zu.
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From Cymaphore, 23.03.2012, 13:32
Wolle, auf mich persönlich wirkt sie eitel, aber das spielt für mich keine Rolle. In bewerte sie inhaltlich. (Einem Politiker Eitelkeit vorzuwerfen ist, wie wenn man einem CCC-Mitglied Technikverliebtheit vorwirft ;-) )
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From Martin, 23.03.2012, 13:35
Hallo Martin,
Respekt, tolle Arbeit. Ist schon schlimm wenn einige versuchen den BPT als Sprungbrett für ihre Ambitionen zu nutzen und sich narzisstisch auf der Bühne spreizen. Und wenn ich lese das jemand gute Gespräche mit der Basis als Begründung anführt, dann kommt mir das vor als würde ein etablierter Politiker von "den Bürgern" im Lande sprechen. Wo kommen diese Leute noch mal her? Das geht gar nicht.
Gruß, Martin
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From LadyUnbekannt, 23.03.2012, 13:51
Hallo Bratwurst ...
tja, nicht immer stimmt die Meinung Anderer mit der eigenen überein...freuen wir uns, dass sie geäußert werden darf...sowohl diese kurze von dir (Zitat: "Plumper Versuch der Meinungsmache") als auch diese zeitaufwändig erstellte Analyse...letztere Meinungsäußerung enthält für mich Informationen, die ich für mich persönlich auszuwerten weiß...deine Meinungsäußerung hat für mich persönlich keinen Wert.
Warum erstellst du keine eigene Analyse, dann habe ich die Möglichkeit des Vergleichs? Ich mag solch eine harsche Kritik nicht, wenn nicht gleichzeitig "etwas Besseres" angeboten wird.
Gruß LadyUnbekannt
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From Thomas(OHV), 23.03.2012, 15:10
Hi Martin,
super Analyse. Gefällt mir sehr gut.
Auch, wenn ich nicht ganz so gut wegkomme.
Du hast einen Punkt herausgegriffen, der tatsächlich so rüberkommen kann, wie du ihn darstellst. Ich will mal meine beiden Aussagen wiederholen:

1.) Eine der Aufgaben als Mitglied des Bundesvorstandes sehe ich also darin, die getroffenen Entscheidungen öffentlichkeitswirksam so zu vertreten, dass sie noch mehr Menschen erreichen, wir also eine größere Zielgruppe ansprechen – und das meine ich genauso wie ich es sage, auch wenn die Wortwahl eventuell nicht piratig genug sein sollte.

Genau so gemeint, wie gesagt.

2.) Eine mögliche Aufgabe des Vorstandes könnte auch sein, über die thematischen Entscheidungen der Basis hinaus Visionen, Konzepte und Strategien zu entwerfen, wie unsere Politik zukunftsfähig bleibt. Nach meinem Demokratieverständnis müssten diese Entwürfe aber durch die Mitglieder diskutiert, überarbeitet und verbessert werden. Vom Vorstand kann höchstens der Impuls gegeben werden.

Der Passus ist bewusst so formuliert worden. Hierbei habe ich nicht an politische Leitanträge gedacht, sondern an Anregungen oder Impulse, wie wir die Ziele und das Selbstverständnis der Piraten einer breiteren Öffentlichkeit als bisher darstellen können. Es geht mir ausdrücklich nur um Öffentlichkeitsarbeit.
Deswegen habe ich die Formulierung gewählt "über die thematischen Entscheidungen der Basis hinaus" . Thematisch hat der Vorstand kein eigenes Mandat. Er organisiert und ist Sprachrohr der Basis.

Man sieht sich in Neumünster. Viele Grüße
Thomas(OHV)
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From anue, 23.03.2012, 15:53
Hi Martin,

danke für die Frage und die Auswertung. Im Wesentlichen stimme ich mit deiner Analyse überein.

Mit Bernd Schlömer warst du vielleicht zu streng, du relativierst das ja selbst, ist aber in Ordnung, jeder soll sich ja sowieso seine Meinung bilden.

Könntest du bitte ergänzen, wann du die Frage zum ersten Mal gestellt hast, bzw. wenn das nicht alles zum gleichen Zeitpunkt war, wann du sie wem gestellt hast?

Aus Gründen der Transparenz erklär bitte auch, warum du einigen die Frage nicht gestellt hast. Ich unterstelle dir keine Manipulation, aber es fällt auf, dass einige Kandidaten (laut Wiki) nicht gefragt wurden. Hast du die übersehen, oder haben die erst vor kurzem kandidiert? Oder werden die noch befragt?

Vielleicht hast du die Frage zu früh gestellt, aber ich muss zugeben, dass wer sich erst jetzt bewirbt etwas unglaubwürdig macht.

Ciao,
André
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From Enno, 23.03.2012, 16:10
Danke, gute Sache. Probleme habe ich mit deiner Einschätzung der "geht auch außerhalb"-Kandidaten. Natürlich haben wir politische Vorstellungen, die wie im Vorstand nicht plötzlich ablegen. Letztlich ist es eine Frage des Respekts für die Mitoeder ohne Amt, seine eigenen Meinungen zu relativieren und angemessen zu kommunizieren. Dass Eingriffe und Parteinahme verboten seien, ist grober Unfug, das geschieht vielmehr dauernd. Eine Beispiel ist die innerparteiliche LQFB-Debatte, an der sich etliche LaVos und BuVos bis hinauf zu Sebastian Nerz beteiligt haben.
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From Klischeepunk, 23.03.2012, 16:33
Um Enno zuzustimmen: Wenn wir von Basisdemokratie reden, bedeutet das auch, dass sich jeder noch so vorständige Vorstand äußern kann, soll und darf. Auch natürlich mit seiner eigenen Meinung. Das heißt nicht, dass er die Politik per Dekret bestimmt, aber es bedeutet, dass er seine Meinung mit einwerfen darf und wie bspw. Sebastian Nerz sich äußern kann. Das ein Shitstorm folgt gehört bei uns natürlich zum guten Ton, aber sind wir realistisch, who cares? Wichtig ist doch nicht ob sich jemand äußert oder eine Meinung hat, sondern wie die Parteimeinung zustande kommt. Ist das Resultat eines Vorstandsbeschlusses der sagt "hier gehts lang" oder eine Entwicklung gemeinsam mit oder auch gegen die Vorstandsmitglieder die sich in ihrer Funktion hinter die Meinung der Partei stellen, als Mensch aber nach wie vor frei sind zu sagen und zu handeln wie sie wollen. Zum Basisdemokratischen Ansatz gehört, das wir alle Basis sind. Unabhängig davon welches Titelchen uns gerade vor die Nase gesetzt wird. "Jeder ist gleich" - und nein, keiner ist gleicher, auch nicht die "Basis".
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From Klischeepunk, 23.03.2012, 16:35
Achja eins noch zu "oben": Wichtig ist hier natürlich, das nicht der Name die Politik macht, sondern der Inhalt. Das niemand als unangreifbar gilt weil er $xy ist.

Ansonsten schöne Analyse natürlich, hat auch Spaß gemacht, das ganze auf deiner Wikipage zu verfolgen.
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From Cymaphore, 23.03.2012, 16:37
anue,

meiner Meinung nach habe ich sie allen gestellt - wenn nicht, dann ist seit gestern Abend wieder jemand dazu gekommen...
Die Fragestellung erfolgte in Zeitfenster von etwa 4h, arbeitsbedingt. Außer bei Kyra, die hat sie erst zwei Tage später bekommen, als sie kandidiert hatte, hat aber sofort geantwortet.
Es hatten allerdings heute morgen, als ich das geschrieben habe, nicht alle geantwortet.

Bernd kommt ja nicht schlechter weg. Er hat geschrieben:

"Mein Hauptaugenmerk wird darauf liegen, die Piraten weiterhin zusammen zu halten. Diesen Beitrag kann ich in der Basisarbeit nicht leisten."

Klar hilft ihm der BuVo da, aber wie die Initiative rund um den Flauschsturm gezeigt hat, ist auch das im Prinzip nix wofür man zwingend in den Vorstand müsste.
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From Cymaphore, 23.03.2012, 16:57
Enno,

"Dass Eingriffe und Parteinahme verboten seien, ist grober Unfug"

Warum? Wenn ein Mitglied des Bundesvorstands anfängt seine Themen zu Fördern und die anderen bewusst links liegen zu lassen, dann ist das nicht in Ordnung. Von "verboten" hab ich nix gesagt, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass man für sowas einen Shitstorm erntet. LQFB ist ein gutes Beispiel. Denk dran wie der Lauer LQFB gehandhabt hat. Oder wie Aaron König damals versucht hat, seine Themen zu pushen und alle die nicht seiner Meinung nach verbal geradezu bekämpft hat. "Eingriffe" bezog sich hier ganz klar auf die Parteinahme und soll natürlich nicht heißen, dass sich der BuVo überall raushalten soll. Ist vielleicht ungünstig formuliert.



Würde es Dir gefallen, wenn wir plötzlich jemanden im Vorstand hätten, der Deine Arbeit blockiert, nur weil ihm Dein Thema nicht passt? Ein Beispiel an mir selbst: Wenn Piraten zu mir kommen, und Unterstützung benötigen, dann helfen ich denen, auch wenn mir ihr Thema gegen den Strich geht.

Das meine ich damit. Das ist doch legitim, oder?
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From Cymaphore, 23.03.2012, 17:31
Bezüglich Simon Stützer a.k.a. Safecracker: Bei dem sind die Nachfragen via Mail im Spam-Ordner gelandet. Dafür konnte ich nichts, da ich den Wiki-Mailer genutzt habe und der sonst zuverlässig funktioniert. Dass er anders als die Anderen nicht auch noch per Twitter erinnert wurde war meine Schuld, ich hatte übersehen, dass er einen Twitter-Account angegeben hat. Ich werde daher seine Antwort nachträglich berücksichtigen.
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From Fussfall, 23.03.2012, 17:37
Ich glaube beim Heiko Schmidt liegt die fehlende Rechtsschreibung daran das er Legastheniker ist (laut seiner Aussage im Wiki), aber so im Groben stimme ich dir schon zu.
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From Wolle, 23.03.2012, 18:02
...danke für die Beiträge, da kann man mal sehen das alles seinen Grund hat und man NICHT ZU SCHNELL URTEILEN SOLLTE !

Sehr schön :)

LG Wolle
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From Cymaphore, 23.03.2012, 18:32
Wolle, das ist ja sowieso klar. Das mit Simon war einfach Pech und das mit Heiko konnte ich nicht wissen. Mist, wieder nix mit der Unfehlbarkeit. ;-) ... Das mit Simon tut mir persönlich leid, weil ich ihn abseits für einen fähigen Kandidaten halte, aber ich denke mal das steckt er weg. Das hat wenigstens gezeigt wie gut da der Zusammenhalt ist, nachdem ihn sofort einige in Schutz genommen haben, hat also zumindest etwas gutes gehabt.
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From Guest, 23.03.2012, 21:55
Danke für die zusammenfassung.....Ölke hat mich wenig überrascht, da er bei jeder Veranstaltung negativ mit herben aggressionsausbrüchen auffällt.....
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From Bernd, 24.03.2012, 23:14
Die Aktion ist nicht schlecht, allerdings gebe ich zu bedenken dass es auch andere Vorstellungen von Parteiarbeit gibt, und es auch durchaus sein kann, dass viele aus der Basis sich einen Vorstand wünschen der Themen durchsetzt - wenn er diese für angemessen hält (was zwar nicht gegen die Basis erfolgen sollte aber durchaus nicht immer eindeutig ein Vorlieben der Basis ist).

Ich teile die meisten Bewertungen der Kandidaten, nicht notwendigerweise die Methode wie du zu der gekommen bist. Z.B. halte ich es für keinen erstrebenswerten Anspruch dass Vorstände auf alles innerhalb 3 Tagen antworten müssen. Schon garnicht im Wahlkampf.

Gruss
Bernd
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