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07.04.2010, 18:21 Die Schwäche der vierten Gewalt

Vor zwei Tagen wurde auf Wikileaks ein Video veröffentlicht, das die Kriegsführung der US-Streitkräfte so zeigt, wie sie nicht gesehen werden soll. Die Veröffentlichung wurde schon vor längerer Zeit angekündigt und hat u.a. dazu geführt, dass Wikileaks noch stärker zur Zielscheibe für US-Geheimdienste und -Militärs wurde. Im Vorfeld der Veröffentlichung wurde der Plattform etwa ein US-Geheimdokument zugespielt, dass ausführlichst beschreibt, wie die US-Behörden gegen Leaking, mit besonderem Fokus auf Wikileaks, vorgehen wollen/sollen.
Unschuldige sterben durch die Hand von US-Soldaten, u.a. Kinder und Reuters-Journalisten... Die auf dem Video hörbaren Kommentare der Schützen sprechen Bände. Den US-Streitkräften, wie offensichtlich auch Reuters, ist damals eine weitestgehende Vertuschung gelungen - bis Insider eine verschlüsselte Version des Videos nach außen getragen haben. Nach der Veröffentlichung haben selbst etablierte Medien nur zaghaft begonnen darüber zu berichten. Dadurch ist etwa auch ans Licht gekommen, dass MSNBC bislang offenbar den Begriff "wikileaks" auf seiner Blacklist hatte.
Jüngsten Informationen zufolge geben die US-Streitkräfte an, das fragliche Video nicht mehr auffinden zu können. Meine Verwunderung hält sich in Grenzen, angesichts der Vertuschungsbemühungen rund um den Vorfall, schließlich war es trotz toter Reuters-Journalisten gelungen, die Aktion weitestgehend vor der Öffentlichkeit geheim zu halten.
Soviel zum Thema moderne, saubere, Kriegsführung des 21. Jahrhunderts. Es drängt sich wieder die Frage auf, wieviele solche Massaker die US-Streitkräfte im Irak und aktuell in Afghanistan noch vertuschen konnten, und inwieweit die Medien, die vierte Gewalt, dabei behilflich waren...
Wikileaks-Projektseite zu dem Video: collateralmurder.com
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