Die Jugend liebt heute den Luxus, sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und plaudert, wo sie arbeiten sollte. Sie verschlingt die Speisen, legt die Beine übereinander und tyrannisiert die Eltern.– Sokrates, ca. 470 - 399 v.Chr
Mir scheint die Generation X kommt allmählich in die Jahre. Pauschal wird mit dem Schlagwort der "verkommenen Jugend" polemisiert. Das betreffende soziale Umfeld wird bequem vernachlässigt, ein massives Versagen der Politik im Bereich Bildung und Soziales als ursächlicher Grund kommt für die Politiker offenbar gar nicht erst infrage. Stattdessen attestiert man der Jugend des Landes pauschal Verkommenheit. Praktisch.
Dem Problem wird man mit drakonischen Strafandrohungen und Überwachung auf Schritt und Tritt, wie das etwa die CSU fordert, sicher nicht Herr werden. Das wird die Probleme meiner Einschätzung nach höchstens verschärfen. Ein sicheres Gegenmittel ist die Beseitigung des sozialen Ungleichgewichts und der Bildungsarmut, deren Konsequenz derartige Taten sind.
2 Comments
Selbstverständlich sinken scheinbar die Hemmschwellen der Generation X. Ich denke, dass die Verschärfung des Jugendstrafrechts durchaus sinnvoll wäre, da ich selber täglich erlebe, dass es die "Kids" faustdick hinter den Ohren haben können - jedoch reite ich in Hinsicht auf "Verschärfung" weniger auf der CSU-Welle, als dass ich der Ansicht bin, dass diesem Problem mittels Unterbrechung des allseits gerne in den Mund genommenen Teufelskreises (schlechte Schulbildung, daher keine Aussicht auf einen Ausbildungsplatz, daher ein hohes Maß an Freizeit und daraus folgend Langeweile, gipfelnd in Agression; daher gar kein Interesse am Finden eines Arbeitsplatzes) auf bessere Art und Weise Paroli geboten werden kann. Bin also genauso der Meinung, dass eine - quasi - Bildungsoffensive der beste Weg ist, um dies zu tun, außerdem denke ich hier an mehr Aufmerksamkeit gegenüber der "Jugend". Sprich: bereits im Hauptschulalter anfangen, durchaus in der Schule mehr Freizeitaktivitäten anbieten, bei denen weniger Augenmerk auf sportliche Ertüchtigung gelegt und umso mehr auf den eigenen Charakter, den Teenager und seine Probleme, eingegangen wird. Überdies denke ich schon, dass es durchaus Sinn macht, das Jugendstrafrecht dahingehend anzugleichen, dass straffällig gewordene Jugendliche nicht durch Aufenthalte in Strafanstalten gezüchtigt werden, jedoch verstärkt durch soziales Engagement auferlegte Stunden abarbeiten können um im Nahchhinein mittels Sozialarbeiter das Erlebte reflektieren zu können.
Aber den Biersäufern an den Stammtischen lässt sich halt das "Sperrts de jugendlichen ei und hauts den schlissl weg" im Wahlkampf besser verkaufen ;-(
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