Jeder Mann ist gefährlich für seine Mitmenschen, und es braucht strenge Maßnahmen, um zumindest das Schlimmste zu verhindern. Jeder Mann ist ein potentieller Kinderschänder.
Unglaublich? Nicht ganz, wenn man nach mehreren aktuellen Maßnahmen geht. Die Pauschalverdächtigung aller Internetnutzer ist da nur die Spitze des Eisberges. Bei einigen Fluglinien wird dieser Pauschalverdacht gegen ein Geschlecht mittlerweile sogar sauber in Richtlinien verpackt.
Wenn ein Mann etwa derzeit bei British Airways oder Air France mitreisen möchte, dann ist er gegenüber den Frauen bei der Sitzplatzwahl benachteiligt. Einige der Sitzplätze dürfen nämlich nur an Frauen vergeben werden - und zwar diese neben unbegleiteten Kindern. Eiskalt betrachtet, was ist die Aussage dieser Richtlinien: Alleine reisende Männer sind Kinderschänder.
Update (14:15):
Ich habe mittlerweile eine Antwort von der Online-Redaktion von EMMA erhalten. Ich hoffe es sei mir gestatten das Mail kurz zu zitieren:
[...]
Frage: Könnte es sein, dass die Fluggesellschaften einen Grund haben, dass sie diese Maßnahmen ergriffen haben?
Statt sich wg. Diskriminierung aufzuregen, könnte mann auch so reagieren: Ich gehöre zwar nicht zu den Männern, die Kinder missbrauchen – aber ich habe verstanden, dass von einigen meiner Geschlechtsgenossen eine Gefahr für Kinder ausgeht. Ich bin deshalb bereit, zu akzeptieren, dass in diesem Fall eine grundsätzliche Maßnahme getroffen worden ist, die hilft, Missbrauch von Kindern zu vermeiden. Ich helfe so ebenfalls mit, Missbrauch von Kindern zu vermeiden.
[...]
Da drängt sich mir unweigerlich eine krass hypothetische Fragestellung auf: Nach dieser Argumentation währe es dann ja angemessen, z.B. alle weiblichen Fahrschüler zu extra Einpark-Fahrstunden zu verpflichten. Frauen haben rein statistisch betrachtet ein erhöhtes Risiko für Parkschäden. Dementsprechend währe es die Pflicht jeder Frau, diese verpflichtenden extra-Fahrstunden zu akzeptieren um andere Verkehrsteilnehmer vor ihren Geschlechtsgenossinnen zu schützen.
Ich halte nichts davon, Menschen anhand des Geschlechts vorzuverurteilen. Egal in welchem Fall. Ich halte derartige Maßnahmen für den Falschen weg, mit Problemen fertig zu werden.
1 Comments
Gut gemeint ist hier leider mal wieder das genaue Gegenteil von gut.
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